Cartoonorama KernKraftKarte

Aus Kritische Masse
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KernKraftKarte: Interaktives Cartoon Mapping

oder, Drawing on Demand: Eine soziopolitische Karte zum Thema Atom und Protest

Wie fühlt es sich an, neben einem Atomzwischenlager zu wohnen? Fühlen Sie sich sicher? Was halten Sie von angereisten Demonstranten, die Bahngleise blockieren? Wie dringend brauchen wir Atomstrom?

Die Künstlerin Käthe Wenzel fragt nach: Mit einem Stipendium des Künstlerdorfs Schöppingen im Rahmen des Gesamtprojektes „Kritische Masse“ bereiste sie das Münsterland und sprach mit Bürgerinnen und Bürgern in Gronau und Ahaus, mit
"Tschernobyl war wie, Shit, den Weihnachtsmann gibt es gar nicht" - Mel Werner, Retzen

AktivistInnen und Parlamentariern, führte Interviews mit Vertretern von Atombetrieben und in der Fußgängerzone. Die Antworten übersetzt sie in Cartoon-Zeichnungen, die in eine interaktive Landkarte im Netz eingebunden sind.

"In unserer Familie waren wir immer vom technischen Fortschritt überzeugt. Dann kam Tschernobyl. Das war so wie, Shit, den Weihnachtmann gibt es gar nicht,“ erzählte Melanie Werner (40) aus Retzen der Künstlerin. Ihr Zitat ist illustriert mit einer Zeichnung vom Weihnachtsmann: Beides ist auf www.cartoonorama.de zu sehen.

Ausgehend von einer herkömmlichen Landkarte entsteht hier mit täglich neuen Zeichnungen eine interaktive Karte für das Internet, die einen Überblick über Atomstandorte, Proteste, Bürgermeinungen und Statements von Fachleuten im Münsterland gibt. Jedes Gespräch wird auf der Karte markiert, und per Mouseover öffnen sich Zitate und Zeichnungen. Internetpostings und Rundmails informieren über die fortschreitende Kartierungsarbeit. Nach dem "Adventskalender-Prinzip erscheint jeden Tag eine neue Zeichnung mit Interview-Zitat.

Ergebnis ist ein vielstimmiges Porträt der Region zu einem der Schmerzthemen der Bundespolitik.

KernKraftKarte - vom 23. April bis 4. Mai 2013 erscheint täglich eine neue Cartoon-Zeichnung mit Interviewzitaten auf www.cartoonorama.de/kernkraftkarte.html [1]

Cartoon Mapping: Drawing on Demand

Cartoonorama KernKraftKarte kombiniert “Drawing on Demand”, das gemeinsame Erarbeiten eines Bildes im Gespräch mit Instrumenten der Oral History, der Internetkunst, Techniken der Logistik und klassischer historischer Recherche und Veröffentlichung.

Interviewsituation auf der Straße in Zutphen, NL, mit Käthe Wenzel und Mijnheer Van der Vaart, 2011

Das Besondere in den Interviewsituationen ist das „Allmähliche Verfertigen der Gedanken beim Zeichnen“, indem Wünsche, Vorschläge und Ideen der Beteiligten parallel skizziert werden. Kindliche Neugier auf das Ergebnis „Zeichnung“ eröffnet Zugänge zur eigenen Kreativität, zu Humor und vor allem zu praktischen Lösungsvorschlägen, die ohne Umweg über die Kunst nicht entwickelt würden. Die Skizzen werden im Anschluss zu farbenfrohen und detailreichen Cartoons ausgearbeitet.

Die Künstlerin fungiert in erster Linie als Visualisierungsspezialistin, die Ideen mit-entwickelt und ins Bild setzt, aber auch Material sammelt und auswählt. Die Beobachtungen dokumentiert sie in der zugänglichen Bildsprache der Cartoons. Der entscheidende Input kommt von den Beteiligten vor Ort, aus deren Beiträgen das Meinungs- und Bildspektrum entsteht.

Cartoonorama versteht sich als transdisziplinäres Forschungsprojekt, das das vielstimmige Porträt einer sozialen Landschaft mit fundierter Dokumentation verbindet. Politische Spannungen funktionieren als Antrieb für die Produktion alternativer Konzepte. Darum macht sich das Projekt Werkzeuge aus Hoch- und Populärkultur zunutze, um unter anderem Wechselwirkungen zwischen Mainstream und Subkulturen zu umreißen. Es entwirft im Mosaik ein notwendigerweise löchriges Gesamtbild: Angesiedelt auf der Schnittstelle von Kunst, Forschung und Reportage, Vergangenheit und Zukunft, fordert es grundsätzlich zur Fortsetzung auf.

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